Spezialreinigung Venus... und Ihre Fassade strahlt

Wir möchten Ihnen einen interessanten Artikel aus der Wochenendausgabe der Sächsischen Zeitung vom 19./20. März 2011 vorstellen. Dieser Beitrag zeigt deutlich, dass wir nicht umsonst den Namen „Spezialreinigung” tragen. (von Heike Wendt)

Mit Hitze und Druck gegen Schmierereien

Für Graffitientferner ist das Putzen einer Felsgruppe in der Sächsischen Schweiz ein Novum. Jetzt haben sie in den Nikolsdorfer Wänden Schmierereien beseitigt.

Graffiti an porösem Sandstein. Die müssen aufwendig entfernt werden. Nahe dem Labyrinth bei Leupoldishain wurden im Herbst mehrere Schmierereien entdeckt. Nun musste die Pirnaer Spezialfirma Venus ran.
Der blaue Transporter quält sich am Waldrand in Richtung Nikolsdorfer Wände. Von Leupoldishain aus führt nur ein schmaler Waldweg zu der Felsgruppe. Ein Stück vom Weg entfernt bleibt das Auto stehen. Weiter kann man nicht fahren. „Von hier aus müsste es reichen“, sagt Steffi Venus.

Sie ist mit ihrer Spezialtechnik zu einem ungewöhnlichen Einsatz angerückt. In der Felsgruppe oben haben sich Graffitisprüher mit ihren „Werken“ verewigt. Die sollen an diesem sonnigen, kalten Märztag entfernt werden. „Wir waren vorher schon zweimal hier, um alles auszumessen“, erklärt die Frau, die sich mit ihrer Pirnaer Firma auf das Entfernen von Graffiti spezialisiert hat. Der Transporter ist mit einem Generator ausgestattet, der den Hochdruckreiniger mit Strom versorgt. Eine Heizung erwärmt das Wasser bis auf 90 Grad. Im Wassertank können 800 Liter mitgebracht werden. Das reicht meist für einen Arbeitstag.

Was normalerweise Routinearbeit ist, wird in den Sandsteinfelsen der Sächsischen Schweiz zur Herausforderung. Der Schlauch für den Kärcher ist genau 36 Meter lang. Doch bis zum Felsen ist es wesentlich weiter. „Von der Wiese an der anderen Seite waren es über 90 Meter, von hier aus nur 83 Meter“, erklärt Steffi Venus. Die 60 Meter Verlängerung für den Hochdruckreiniger werden angeschraubt und durch Laub und Gestrüpp gezogen. Der Weg muss ziemlich gerade sein, sonst reicht es nicht bis zu den Felsen. Dort kommt zunächst ein dicker Pinsel zum Einsatz. Steffi Venus streicht mit einer Speziallösung die Schmierereien ein, damit sich die Farbe lösen kann.

Rings um die Felsgruppe sind die Graffiti verteilt.

Rings um die Felsgruppe sind die Graffiti verteilt. Sie sind schon längere Zeit am Gestein. Doch bei Minusgraden lässt sich die Farbe nicht lösen. „Wir mussten einen sonnigen Tag abwarten und hoffen, dass der Boden noch gefroren ist“, sagt sie. Sonst wäre der Transporter im Matsch stecken geblieben.

Entdeckt wurden die Schmierereien bei einem Polizeieinsatz im Herbst. „Wanderer hatten ein Treffen einer rechten Gruppe vermutet und die Polizei gerufen“, berichtet Rainer Huhn vom Cunnersdorfer Forstrevier. Gemeinsam mit seinem Kollegen Reiner Berthold begleitet er den Einsatz im Wald. Der Verdacht auf Nazi-Schmierereien hatte sich nicht bestätigt. „Entfernt werden müssen sie trotzdem, sonst kommen bald neue dazu“, sagt Rainer Huhn. Mit drei Kollegen kontrolliert er regelmäßig das Revier.

Inzwischen hat Michael Pohl begonnen, die aufgeweichte Farbe mit dem Hochdruckreiniger abzusprühen. „Viel ist noch nicht zu sehen“, stellt er enttäuscht fest. Die Prozedur mit Einweichen und Absprühen muss mehrmals wiederholt werden. Er wird fast drei Stunden brauchen, ehe der letzte Rest verschwunden ist. Kurz vor Abschluss der Arbeiten entdecken die Forstmitarbeiter noch eine weitere Stelle an einem anderen Felsblock. Hier streikt plötzlich der Kärcher. Reicht das Wasser doch nicht? Ein Umparken des schief stehenden Transporters hilft, doch noch Wasser zu ziehen.

Für die Graffitientferner ist es der erste Einsatz mitten im Wald. „In die Dresdner Neustadt, zum Straßenbahnreinigen oder zum Säubern von Brücken werden wir oft gerufen. Sogar auf dem Heizkraftwerk Dresden-Mitte waren wir mit Feuerleiter und Hubbühne im Einsatz. Aber das hier ist schon aufregend“, sagt die Firmeninhaberin.

Seit 15 Jahren wird die Firma für Spezialreinigungen angefordert. Viel lieber sind ihr aber solche Aufträge wie der vom Dresdner Benno-Gymnasium. Dort bekommt eine von Schülern gestaltete Wand eine spezielle Schicht, um sie vor unliebsamen Sprühern zu schützen.

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SZ vom 03.11.2010... bei Havarien auch Nachts im Einsatz.

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